|
|
|
|
| |
Myokarditis...
Herzmuskelentzündung....
Beschreibung
Eine Entzündung des Herzmuskels bezeichnen Mediziner als Myokarditis. Sie kann nur auf den Herzmuskel beschränkt sein oder auch den Herzbeutel miteinbeziehen (Perimyokarditis).
Bei einer Herzmuskelentzündung ist die Kontraktionsfähigkeit des Herzens gestört oder geschwächt. Es kommt zu einem Leistungsabfall und zur Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Studien ergaben, dass eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) in etwa 20 Prozent der Fälle Ursache für einen plötzlichen, unerwarteten Tod bei Erwachsenen unter 40 Jahren ist.
Ursachen
Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht - in den Industrieländern sind es meist Viren. Studien beweisen, dass bei bis zu fünf Prozent aller Virusinfektionen eine Herzmuskelentzündung nachweisbar ist (häufig nach grippalem Infekt oder Durchfallserkrankung).
Auch bestimmte Bakterien kommen als Verursacher in Frage, z.B. im Rahmen folgender Krankheiten: Diphterie, Scharlach oder Borreliose (durch Zecken übertragene Krankheit).
Daneben gibt es auch nichtinfektiöse Entzündungen des Herzmuskels. Die Ursachen sind hier Autoimmunerkrankungen, Strahlentherapien, Medikamente oder Drogen (z.B. Kokain). Manchmal sind sie auch Folge einer Herzbeutelentzündung (Perimyokarditis).
Symptome
Der Verlauf einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist sehr unterschiedlich und reicht von Symptomlosigkeit bis hin zu schweren Verläufen, die sogar tödlich enden können.
Zu Beginn der Erkrankung klagen viele Betroffene über eine allgemeine Schwäche mit rascher Ermüdbarkeit, Gewichtsverlust und Gliederschmerzen. Gelegentlich geben die Patienten Herzstolpern, Herzrasen oder ein Stechen im Brustkorb an. Im weiteren Verlauf können Kurzatmigkeit und Schwellung der Beine hinzukommen. Je nach Schweregrad der Myokarditis können bereits geringste körperliche Anstrengungen zu einer starken Atemnot führen.
Der Virusmyokarditis geht oft ein bis zwei Wochen vor den Herzbeschwerden ein Atemwegsinfekt oder eine Durchfallserkrankung voraus.
Therapie Möglichkeiten
Schongang
Bei einer Herzmuskelentzündung erzielt keine medikamentöse Therapieform so gute Resultate wie die längerfristige körperliche Schonung. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es nach einer vermeintlichen Genesung zu einem schweren Rückfall kommt.
Medikamente
Eine bakterielle Herzmuskelentzündung lässt sich mittels Antibiotika behandeln, gegen eine viral bedingte Herzmuskelentzündung (Virusmyokarditis) gibt es keine speziellen Medikamente. Weitere Maßnahmen sind:
- Einnahme von Schmerzmitteln;
- Medikamentöse Behandlung vonHerzrythmusstörungen;
- Eine Herzschwäche wird mit einer Kombination aus harntreibenden Medikamenten (Diuretika), ACE-Hemmern und Beta-Blockern behandelt.
- Bei einem großen Perikarderguss kann eine Punktion mit Absaugen der Flüssigkeit nötig sein.
In Einzelfällen (z.B. bei Autoimmunerkrankung) kann eine zusätzliche immunsupressive Therapie erfolgversprechend sein. Sie unterdrückt die körpereigene Abwehr, die sich gegen das Herzmuskelgewebe richtet. In Studien ließ sich der Nutzen dieser Therapie allerdings nicht allgemein belegen, nur einzelne Patienten profitierten davon.
Die letzte Therapieoption ist eine Herz Transplantation.
Vorbeugen
Meist greifen Viren oder Bakterien nach einer nicht auskurierten Infektion auf den Herzmuskel über. Deshalb ist es extrem wichtig, sich bei Fieber körperlich zu schonen. Selbst bei einer Erkältung ohne Fieber sollten Sie keinen Ausdauersport betreiben.
Gegen die Diphtherie sollte jeder Mensch geimpft sein. Neben einer Herzmuskelentzündung kann sie auch andere Komplikationen verursachen. Nach der Grundimmunisierung im Kindesalter ist alle zehn Jahre eine Auffrischung nötig - auch bei Erwachsenen!
Fragen Sie Ihren Hausarzt, er kann den Impfstoff in Kombination mit der Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf verabreichen, die ebenfalls alle zehn Jahre nötig ist.
Prognose
Eine Herzmuskelentzündung heilt in den meisten Fällen ohne Folgen aus - manchmal entwickelt sie sich allerdings zu einer chronischen Erkrankung.
Eine chronische Myokarditis kann zu einer so genannten dilatativen Kardiomyopathie führen: Es kommt zu einer Herzvergrößerung mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Durch die Schwäche des Herzmuskels sind die Patienten nicht mehr ausreichend körperlich belastbar. Selbst bei Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen oder Radfahren können sie in Atemnot geraten.
|
|
|
|
|
|
| |
heute waren 14932 Besucherhier!
copyright powerd by Yuki-lagoon.de.tl
|
|
|
|
|
|
|
|