Es gibt viele Dinge die man für nichts in der Welt hergeben würde. Ob Erinnerungen oder Gegenstände. Egal ob sie Freude bereiten oder Schmerzen. Oder ob sie nur wage Erinnerungen an Menschen wach halten. Eines haben sie alle gemeinsam sie sind für den Menschen Wichtig.
Der erste Schnee
Auch dieses Jahr ist es wieder so weit. Jedes mal wenn der erste Schnee fällt, vergrab ich mich in meinem Zimmer und verschließe Fenster und Türen. Ich schalte meinen CD-Player ein, verkriech mich zwischen meinen Stofftieren und hoffe das es zum Schneien aufhört. Jeder Schnee erinnert mich daran was vor 3 Jahren geschehen ist...
„Hey Kana, lass uns Spazieren. Es schneit sogar draußen, das ist wohl der erste Schnee dieses Jahr“ sagt Shiro mit lächelndem Gesicht. „Nein, draußen ist es zu Kalt. Machen wir es doch uns vor dem Kamin bequem. Dort ist es angenehm warm“ erwiderte Kana und hält ihre Hände vor das Feuer. „Sei doch nicht so. Der erste Schnee fällt nur einmal pro Jahr. Und du weißt, denn lass ich mir nie entgehen“ erwiderte er und ging zu ihr. „Ich mag aber nicht“ murmelte sie und umarmt ihn. Er drückt sie fest an sich, streichelt ihr sanft über den rücken und meint: „Nur kurz, Ja? Wir gehen auch nur durch den Park und wieder her. Bitte“ flüsterte er, ihr ins Ohr. „Na gut. Nur kurz....“ erwiderte sie leise und drückt ihren Kopf fest an seine Brust.
Der Anblick der Lodernden Flammen des Kamins, das knistern des Feuers und die Wärme lassen Kana nur schwermütig ihre Klamotten anziehen.
“Hey, nicht so Lust los. Draußen ist es sooooo Schön!“ schwärmt Shiro und fuchtelt mit den armen rum. Ohne zu warten bis Kana in ihren Schuhen ist, reißt er die Tür auf und ruft „Schau dir das dann Kana!“
Langsam hebt sie ihren Kopf während die Tür stück für Stück weiter aufgeht, bietet ihr das Schneemeer ein unglaublichen Anblick. Die Bäume sind von einem hauch Schnee bedeckt der in den bisschen Sonnenstrahlen, die durch das Wolkenmeer hindurch dringen können, glitzert wie kleine lichter aus einer fernen stark beleuchteten Stadt.
Begeistert werden Kanas Augen immer größer. Plötzlich packt sie etwas an der Hand, erschreckt zuckt sie zusammen, während sie von Shiro hinter sich hergezogen wird. „Los, los. Los!“ feuert er sie dabei Stürmisch an.
„Nicht so schnell“ erwiderte sie mit einem Lächeln. „Hahaha“ lachend dreht sich Shiro zu ihr um. Er legt seine arme um Sie, geht mit seinem Kopf ganz nah an ihr Ohr heran und flüstert „Danke, mein Schatz“. Fröhlich grinsend packt er Sie wieder an der Hand. Mehrere Minuten gehen sie ohne auch nur ein Wort zu sagen.
„Kana?!“ ruft Shiro sie leise und blickt sie dabei an.
Sie bekommt rein gar nichts mit, da sie noch ganz perplex ist ~“Sein warmer Atem hat sich irgendwie komisch, aber gut angefühlt“
„Kana?!“ ruft Shiro etwas lauter und fuchtelt mit seinen Armen vor ihrem Gesicht rum: Erschreckt blickt sie auf sagt leise „Ja?“.
“Bist du noch anwesend? Hast du irgendwas?“ fragt er und blickt ihr dabei tief ihre blauen Augen.
Bei dem Anblick von Shiros Hasselnussbraunen Augen wird ihr ganz warm ums Herzen, verlegen antwortet sie leise „Nein, es alles ist in Ordnung“
„Wenn du das so sagst, muss das ja stimmen“ erwiderte er mit einem Lächeln.
Schweigend laufen beide nebeneinander her. Sie ziehen an viele großen Häuser vorbei. Die vorgärten sind bedeckt von einer dünnen schicht Schnee. Die roten Ziegel glänzen in den warmen Sonnstrahlen, während das bisschen Eis auf ihnen, auftaut.
Die Kinder der Nachbarschaft tummeln sich im Schnee und versuchen kleine Schneemänner zu bauen.
Langsam kommen sie dem Park näher. Die großen weitreichenden Zäune des Parks werden überschattet von großen alten Bäumen, die ihre Äste hier und da auf dem Zaun abstützen.
“Da vorne ist der Eingang. Dann hast du es ja gleich hinter dir“ flüstert Shiro ihr ins Ohr und legt dabei seine Hände auf ihre Schultern. Grinsend dreht sie ihren Kopf zu ihm rüber und greift nach seiner Hand.
Sie bleiben kurz vor dem Parkeingang stehen. so weit ihre Auge reichte, schimmerte alles in einem weißen Glanz. Über all waren strahlend fröhliche Menschen.
Ich frage mich dauernd, warum kommst du nicht wieder zurück? Warum? ich brauch dich doch. Komm wieder zu mir... Selbst der letzte Tag mit dir, geht mir nicht mehr aus dem Kopf....
Dauernd muss ich weinen... jedes Jahr, wenn der erste Schnee fällt, kommt alles wieder hoch....
Langsam und ruhig mischen sie sich unter die vielen Menschen und genießen den Anblick, den die Sonne mit dem Schnee zusammen Zaubert.
“Du Kana“ fängt Shiro an, „weißt du noch, das ich gestern sagte, ich bring dir morgen eine Kleinigkeit mit?“ dabei blickt er leicht verlegen zu ihr rüber. „Ja“ antwortet sie vor Freude strahlend. „Dann komm mit mir“ sagt er und packt sie an der Hand.
Beide laufen quer feldein bis zum großen See inmitten des Parks. Vor dem See, in dem sich die kleinen Sonnstrahlen spiegeln, bleibt beide stehen. Langsam dreht sich Shiro zu ihr hinüber und spricht ganz leise zu ihr „Kana.... Du weißt, wir sind jetzt fast 7 Jahre schon zusammen.... Ich wollte dich fragen...“, verlegen blickt er zu boden „willst... möchtest du mich Heiraten?“. Dabei verbeugt er sich vor ihr und hält ihr den Ring hin. Es ist ein Goldener schmaler Ring, in dessen mitte ein streifen aus Silber befindet in dem die Worte: Anata o aishite imasu Kana (Jap. für – Ich liebe dich - Kana).
Ohne ein Wort zu sagen, blickt Kana verdutzt immer wieder zwischen dem Ring und dem sich vor ihr verbeugenden Shiro hin und her.
“Und?“ fragt Shiro leicht ängstlich und blickt etwas hinauf. Vorsichtig und mit zitternden Händen, greift sie nach der kleinen Schatulle in der ihr der Ring entgegenblitzt. „Meinst du das wirklich im Ernst?!“ fragt sie unglaubwürdig. „Würde ich sonst so vor dir stehen? Also was sagst du?“ antwortet er und richtet sich wieder auf. Mit freudigen Tränen und einem leichten Lächeln sagt sie „Ja! Ja ich will dich Heiraten“,und Springt ihm in die Arme. Voller Freude und einem Gefühl der Erleichterung drückt er sie fest an sich. Beide Küssen sich in dem Antlitz des Lichtermeers, welches die glatte Eisfläche des Sees mit den Sonnenstrahlen, erzeugt.
“Darf ich?“ fragt Shiro leise und greift nach der Ringschatulle. Mit ausgestreckter Hand, hält Kana ihm die Schatulle hin. Vorsichtig befreit er den Ring aus der Halterung. Zärtlich nimmt er ihre linke Hand und streicht den Ring vorsichtig über den Ringfinger.
Kannst du dich auch noch erinnern? An diesen fast schönen Tag? Ich war so froh undnun? Nun muss ich dich hier besuchen... Du kannst nicht Reden, nicht Atmen, dich nicht bewegen. Nur warten, das die Zeit uns zusammen bringt.... Komm wieder zurück... Ich warte nun schon so lange...
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