Es gibt viele Dinge die man für nichts in der Welt hergeben würde. Ob Erinnerungen oder Gegenstände. Egal ob sie Freude bereiten oder Schmerzen. Oder ob sie nur wage Erinnerungen an Menschen wach halten. Eines haben sie alle gemeinsam sie sind für den Menschen Wichtig.
Schicksal Part I
Sachte schimmerte das leichte Kerzenlicht über die hohen und dunklen Holzregalen in dem großen Bibliothekszimmer. Totale stille herrscht hier, nur ab und an hört man wie eine Buchseite umgeblättert wurde. An einem kleinen Tisch weit hinten im Raum steht ein, in einer Weißenkutte gekleideter, Mann. Mit seinen armen, die von den langen weißen Ärmeln bedeckt sind, stützt er sich über das Buch und mustert die vor ihm offen liegende Seite. Große geschwungene Buchstaben zieren das vergilbte Papier dieses alten Buches.
„Nun wird es zeit für dich“ flüstert der Mann mit einer sanften hellen stimme und senkt den Kopf über das Buch, so das einige wenige Haarspitzen aus der Kapuze hervorlugten, die kaum zu erkennen waren, da sie so Weiß waren wie die Kutte selbst.
„Wie versprochen, erfülle ich dir nun deinen letzten Wunsch“ flüsterte der Mann und drückt sich dabei vom Tisch ab. Er dreht sich um, bis er mit dem Rücken zum buch stand. Langsam hebt er seinen rechten Arm in die Luft, an dem der Ärmel weit hinab hing und streckt ihn weit nach vorne aus. Er streckt seinen Zeigefinger aus und fing langsam an verschiedene Zeichen in die Luft zu malen, wobei er sich um seine eigene Achse drehte. Als er das letzte Zeichen vollendet hatte, zischt plötzlich ein leichter Wind um seine Beine, der ihn anfing zu umkreisen. Zeitgleich erscheinte eine kleine blaue Flamme vor ihm, die anfing das erste Zeichen nachzumalen und auch die anderen. Umso weiter die blaue Flamme voran kam umso stärker wurde der Mann von dem Wind umweht, welcher der Schrift folgend immer stärker und höher wurde. Die Hose beugt sich dem Wind und flatterte zu jeder Seite hin und her. Der Ansatz der Kutte wirbelte um seine Beine. Die Kapuze und die langen weißen Ärmeln flackern dabei wie wild umher. Der Schriftzug war nun fast vollendet und die Zeichen strahlten in einem brennenden Blau, während der Wind dem Mann ums Gesicht peitschte und die Kapuze nach hinten weg wirbelte.
Die nach hinten gewirbelte Kapuze, befreite sein helles, fast schon bleiches Gesicht. Seine Lippen waren schmal, die Wangenknochen kaum ausgeprägt, fast so wie bei einem Kind. Seine Augen leuchteten Smaragdgrün und wirkten dennoch Leblos und leer. Sein schulterlanges weißes Haar, welches durch die flammen Blau schimmerte, peitschte ihm teils durch das bleiche Gesicht. Langsam öffnete er seine schmalen Lippen und begann leise zu sprechen, in einer Stimme die nicht seine war. Sie klang viel weiblicher und Trauriger: „In drei Jahren sehen wir uns wieder…“
Kaum diese Worte ausgesprochen, blies der Wind stärker nach oben und seine Weiße Kutte beugte sich diesem widerstandslos. Die Kapuze und die Haare standen noch oben weg und flackerten sanft hin und her. Der Schriftzug, aus der blauen Flamme, wurde stück für Stück in den Wind gesogen. Die Zeichen lösten sich auf und verbindeten sich mit dem Wind, der nun blau Strahlend um den Mann herwirbelt.
Mit einem Schlag versiegte der Wind und die Kutte schwebte langsam wieder hinab und setzt sich sacht auf seinen Körper. Plötzlich stand ein junger Mann vor ihm. Nein, es war kein echter Mann. Bei näherem hinsehen erkannte man, das dieser junge Mann durchsichtig war. Es war in dem sinne also kein Mann, sondern nur sein Geist, seine Seele ohne Menschlichenkörper. Mit einem lächeln verschwand diese Seele so schnell wie sie aufgetaucht war und in dem Bibliothekszimmer hallten nur noch die Worte >> Danke, Schicksal<<
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