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  Sichtbare Weihnacht
 

Sichtbare Weihnacht

„Wie jedes Jahr, um diese Zeit, sitzt Marie auf ihrem Bett. Was sollen wir nur machen?“ fragt ihre Mutter und schließt den Backofen. „Ich weiß ja, das dass immer dasselbe ist. Aber wir können nun mal nichts machen. Für sie muss es sehr hart sein. Von jeden muss sie sich erzählen lasse, wie schön alles Geschmückt ist und wie die Stadt durch das Lichtermeer erhellt wird. Das musst du nun mal verstehen, Jenny“ antwortet er und setzt sich auf einen Stuhl. „Also warten wir wieder bis Mitternacht und bringen ihr dann die Geschenke hoch, oder Rén?“ fragt sie und setzt sich neben ihn. Traurig blickt sie nach unten und lehnt sich an ihm an. „Wir können nun mal nichts ändern. Am liebsten würde ich ihr, ihre Blindheit nehmen und alles zeigen. Aber es geht nun mal nicht. Sogern wie wir es uns wünschen würden. Also müssen wir es so wie sonst machen“ antwortet er und streichelt ihr über den Kopf. „Ich würde alles Geben“ sagt sie und langsam fließen ihre Tränen über die Wange. „Wenn ihr ALLES geben würdet, damit eure Tochter endlich Sehen kann, könnte ich euch diesen Wunsch erfüllen“ sagt eine sanfte und beruhigende Stimme. „Nanu, hast du das auch grad gehört?“ fragt Jenny und hebt ihren Kopf. „Hab ich, aber wer war das?“ antwortet er und blickt um sich. „Würdet ihr?“ fragt die Stimme. „Mhh. Ich würde, aber was willst du?“ fragt Rén. „Ihr müsst einbüßen, was ihr verlangt“ antwortet die Stimme. „Einbüßen was wir verlangen? Wenn es nur das ist, zahle ich den Preis gern“ erwidert er. „Ich auch. Ich zahle diesen Preis auch gern“ sagt sie und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. „Gut, wenn ihr beide es wollt, so erfüllt sich der Wunsch um Mitternacht“ sagt die Stimme. „Um Mitternacht? Sag uns noch wer du bist?“ fragen beide gleichzeitig. Minuten warten sie auf Antwort, doch vergebens.

„Und wieder ein Weihnachtsfest, welches Jahr für Jahr immer gleich ist“ flüstert Marie und hebt ihren Kopf. Langsam steht sie vom Bett auf und tastet sich zum Fenster hinüber. Vorsichtig drückt sie ihren Kopf an die kalte Fensterscheibe und lauscht den feierlichen Geräuschen. „Ich möchte sehen. Ich möchte alles sehen. Die Dekorationen, die hellen Lichter, einfach alles“ flüstert sie leise und langsam kullern ihre Tränen über ihre Wange und an der Fensterscheibe hinunter. >>Kuckuck...Kuckuck<< ertönt es von der Wanduhr. Gleichzeitig fangen draußen Glocken an zu schlagen, welche in ihren Klängen die Uhrzeit verraten. „Schon 23 Uhr“ sagt sie und setzt sich wieder auf ihr Bett.

Eine halbe Stunde lang sitzt Sie auf ihrem Bett und hält ihren Kopf mit einem Kissen verdeckt.

Mit einem lauten Knall geht das Fenster auf und ein kalter Wind durchstreift das Zimmer. Erschreckt wirft sie das Kissen zur Seite und lauscht nach dem Wind. Langsam steht sie auf und geht vorsichtig zum Fenster. Sie tastet nach dem Fenster und schließt es. Erschreckt dreht sie sich um und geht mit dem Rücken ganz nah an das Fenster. „Wer ist da? Wer bist du?“ fragt sie ängstlich. „Du brauchst keine Angst haben. Ich werde dir nichts tun. Mein name ist Luciar“ antwortet er und streichelt ihr zärtlich über die Wange.“Lass mich!“ schreit sie und geht in die Hocke. „Ich tu dir nichts. Du kannst mir Vertrauen“ sagt er mit sanfter Stimme. „Was willst du von mir?“ fragt sie und hebt ihren Kopf. „Gib mir deine Hand und du wirst es sehen“ antwortet er leise und streckt seine Hand aus. Vorsichtig und Ängstlich tastet sie nach der Hand und greift fest zu. Er zieht sie zu sich hoch und nimmt sie fest in die Arme. „Was bist du?!“ fragt sie verwirrt. „Du scheinst zu spüren das ich kein Mensch bin. Ich bin ein Engel“ antwortet Luciar. „Ein Engel?“ flüstert sie und klammert sich fest an ihm. Mit ihren Händen tastet sie an seinem Rücken nach den Schwingen. „Wirklich ein Engel“ flüstert sie und hebt ihren Kopf an. „Ich werde dich von deiner Trauer befreien“ flüstert er und richtet seine Schwingen vor sich. „Deine Wärme ist so angenehm“ flüstert sie. „Nun nehm ich dir deine Trauer“ sagt er leise und küsst sie zärtlich. „Der Wunsch soll nun in Erfüllung gehen“ sagt er und lässt los. In dem Moment geht das Fenster wieder mit einem lauten Knall auf, Mit kleinen schritten geht Luciar auf das Fenster zu. „Was geschieht mit mir? Meine Augen tun so weh?!“ schreit sie und fällt auf die Knie. „Keine Angst, der Schmerz vergeht gleich wieder“ sagt er und fliegt aus dem Fenster. Vorsichtig öffnet sie ihre tränenden Augen einen Spalt und sieht eine schwarze Engelsgestalt in dem Lichtermeer verschwinden.

„Marie?! Was ist passiert?!“ fragt Rén und reist die Tür auf. Mit tränenden Augen blickt sie zu ihm rüber und sagt: „Ich kann Sehen. Ich kann dich Sehen“. Mit freudigem Blick läuft sie zu ihm. Er nimmt sie in die Arme und drückt sie fest an sich. „Ich weiß“ erwidert er weinend.

Bis kurz nach Mitternacht halten sich beide fest in den Armen. Zusammen mit ihrer Mutter, machen sie alle dann die Geschenke, wie immer in Maries zimmer auf. Danach Blicken sie alle Fröhlich aus dem Fenster und betrachten die Stadt im Lichtermeer. Im Mondschein kann Marie sogar den Engel erspähen.

Sie wird aber nie erfahren, dass ihre Eltern jeweils auf einem Auge Blind sind.

 

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